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Zwischen Stolz und Enttäuschung in Moritzburg



Manchmal liegen Freude, Stolz, Enttäuschung und Zuversicht an einem Wettkampfwochenende ganz nah beieinander.Genau so habe ich das Schloss-Triathlon-Wochenende in Moritzburg erlebt. Dieser war wieder vom Moritzburger Triathlonverein hervorragend organisiert. Vielen Dank an die Organisatoren und Helfer!


Samstag: Starke Staffel und wieder Platz 4


Am Samstag stand die Mitteldistanz-Staffel auf dem Programm.

Unsere Push-man-Staffel zeigte ein richtig starkes Rennen. Ich durfte den Schwimmpart übernehmen und kam nach 27 Minuten als Zweiter aller Staffelschwimmer aus dem Wasser. Unser Radfahrer zeigte eine wahnsinnige Leistung und war 10 Minuten schneller für die 90km als letztes Jahr. Auch der Läufer pulverisierte die Leistung vom letzten Jahr nochmal. Respekt an Beide!

Am Ende stand für uns wieder ein hervorragender vierter Platz von 31 Männerstaffeln in einer Gesamtzeit von 4:20:30 Stunden. Nach vorn ging nichts mehr und nach hinten hatten wir genügend Vorsprung.

Für mich gehört zu einer Staffel allerdings auch der gemeinsame Zieleinlauf. Dieser hat mir am Ende dieses erfolgreichen Tages allerdings gefehlt und hätte unsere super Leistung noch gekrönt.


Sonntag: Gute Form und trotzdem DNF


Am Sonntag stand die Olympische Distanz auf meinem eigenen Wettkampfplan.

Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass mein Zwillingsbruder Uwe gemeinsam mit seiner Frau erstmals bei einem meiner Triathlons als Zuschauer dabei war. Das kommt nicht alle Tage vor und hat mich riesig gefreut.

Das Schwimmen lief mit 22:25 Minuten gut und ich kam als siebter Mann aus dem Wasser. Entsprechend positiv war mein Gefühl beim Wechsel aufs Rad.

Auch auf dem Rad war ich sehr zufrieden. Die 40,4 Kilometer absolvierte ich in 1:13:57 Stunden bei einem Schnitt von 32,2 km/h. Besonders erfreulich: Bei meinem letzten Olympischen Triathlon in Moritzburg vor drei Jahren war ich auf derselben Distanz noch mehr als vier Minuten langsamer unterwegs. Das zeigt, dass die Form auf dem Rad aktuell stimmt.

Die Beine fühlten sich gut an und ich hatte das Gefühl, dass an diesem Tag ein ordentliches Rennen möglich gewesen wäre.

Doch bereits die ersten Schritte nach dem Radabstieg machten deutlich, dass meine linke Wade nicht mitspielen würde.

In den vergangenen Wochen hatte ich dort immer wieder Probleme. Die Hoffnung war groß, dass sie halten würde. Während des Schwimmens und Radfahrens spürte ich nichts.

Mit Beginn des Laufens waren die Schmerzen jedoch sofort wieder da.

Nach kurzer Zeit musste ich die Entscheidung treffen, den Wettkampf zu beenden.


DNF – Did Not Finish.


Eine Entscheidung, die nie leichtfällt. Besonders dann nicht, wenn man weiß, dass die ersten beiden Disziplinen gut gelaufen sind und man eigentlich gern erfahren hätte, was an diesem Tag möglich gewesen wäre.

Was bleibt?

Mit etwas Abstand bleiben viele unterschiedliche Gefühle.

Da ist die Freude über die starke Staffel und den vierten Platz.

Da ist die Bestätigung, dass Schwimmen und Radfahren aktuell gut funktionieren.

Da ist aber auch die Enttäuschung über die verletzungsbedingte Aufgabe und die Erkenntnis, dass man nicht alles kontrollieren kann.

Vielleicht macht genau das den Reiz unseres Sports aus.

Nicht jeder Wettkampf endet mit einer Bestzeit oder einem perfekten Zieleinlauf. Manchmal lernt man mehr aus den Tagen, an denen nicht alles nach Plan läuft.

Die Wade bekommt jetzt die notwendige Aufmerksamkeit, damit sie vollständig ausheilen kann.

Ganz entspannt bin ich dabei allerdings nicht. In vier Wochen stehen die Deutschen Schwimmmeisterschaften auf dem Programm. Dort sollte die Wade zum Glück keine entscheidende Rolle spielen.

Anders sieht es mit dem großen Saisonhöhepunkt aus. In zwölf Wochen wartet die Langdistanz-Europameisterschaft auf mich. Bis dahin brauche ich schnellstmöglich Klarheit über die Ursache der Beschwerden und natürlich eine vollständige Heilung.

Deshalb liegt der Fokus in den nächsten Tagen nicht auf neuen Trainingskilometern, sondern auf Regeneration, Diagnostik und einer nachhaltigen Lösung.

Und dann geht der Blick wieder nach vorn.


Sportliche Grüße


Euer Dirk „Pushman“ Püschmann 



 
 
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